Prävention

Suchtprävention umfasst alle Maßnahmen, die riskanten und abhängigen Gebrauch von Suchtmitteln sowie süchtige Verhaltensweisen verhindern, reduzieren oder risikoärmere Verhaltensmuster fördern.

Das Jugendalter ist der Übergang vom Kind zum Erwachsenen. Dieser  Lebensabschnitt ist die Trainingszeit für das Erwachsensein, in der sich Jugendliche mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten der Erwachsenenwelt auseinandersetzen und diese erproben. Für die Entwicklung und Verfestigung problematischer Verhaltensweisen ist das Jugendalter eine der sensibelsten Phasen im Lebenslauf eines Menschen.

In der Welt der Erwachsenen gehört der Konsum alkoholischer Getränke nahezu selbstverständlich zu den meisten sozialen Gelegenheiten. Für Jugendlichen ist es daher geradezu Entwicklungsaufgabe, sich im Verlauf ihrer Adoleszenz mit dem Konsum von Alkohol auseinander zu setzen. Meist ist der Konsum spaßorientiert, zielt auf Entspannung oder Enthemmung und ist weniger eine Form von Problembewältigung. Das Erleben von Rausch als Grenzüberschreitung des Normalzustandes ist Teil des experimentellen Einübens von Erwachsenenverhalten.

Häufiges Rauschtrinken und regelmäßiger Alkoholkonsum sind jedoch problematisch. Denn während risikoarme Konsummuster in der Jugendphase erlernt werden können, sind es genauso die riskanten Verhaltensweisen während dieser Lebensphase, die spätere Konsummuster prägen und damit höhere Schäden für den Einzelnen wie für die Gesellschaft verursachen.

Dieses Spannungsfeld zwischen kultureller Anpassung und Problemverhalten versuchen wir in unserer Präventionsarbeit mit Jugendlichen kritisch zu reflektieren. Jugendliche brauchen mehr unterstützende Begleitung beim Erlernen eines „vernünftigen“ Konsums und weniger moralische Vorhaltungen.

Es gibt „gute“ und „schlechte“ Gründe für den Konsum. Die Fähigkeit situativ Vorteile und Risiken abwägen zu können, machen den gezielten und kontrollierten Konsum aus. Speziell in unserem Präventionsangebot „FriDa“( Frühintervention bei Drogenauffälligkeit) für Jugendliche, aber auch in der Ausbildung von Schülern zu Multiplikatoren in der Suchtprävention und in Diskussionsveranstaltungen mit Jugendlichen, ist die Auseinandersetzung mit Konsummotiven und dem Konsumverhalten ein Schwerpunktthema. Risikokompetenz zeigt sich in einem möglichst risikoarmen Umgang mit Suchtmitteln, sowohl hinsichtlich des eigenen Konsums als auch in der Peergroup.

In der Erwachsenenwelt dient das Konsumverhalten vielfach als Hilfsmittel, sowohl zur Gestaltung des sozialen Miteinanders als auch zur individuellen Alltagsbewältigung. Mit den Maßnahmen zur Förderung von Lebenskompetenz soll diesem Missbrauchsverhalten präventiv begegnet werden. Verfügt ein Jugendlicher über entsprechende personale und soziale Kompetenzen und Ressourcen, trägt dies wesentlich dazu bei, dass die Bewältigung der Lebensanforderungen ohne Suchtmittelmissbrauch gelingt. Diese ressourcenorientierte Entwicklungsperspektive ist Grundlage unserer präventiven Aktivitäten in der universellen Prävention.

Schule ist ein wichtiger Kooperationspartner bei unseren präventiven Aktivitäten. Wir erreichen dort alle jungen Menschen, sowie deren Eltern und Lehrerinnen und Lehrer als wichtige Multiplikatoren. Über umfassende Präventionsaktivitäten kann daher im Setting Schule effektive und wirkungsvolle Prävention stattfinden.